Zumutung Barroso

Commission President Barroso

Die FAZ schreibt heute über ein Interview, das Kommissionspräsident Barroso mehreren europäischen Zeitungen gegeben hat. Darin erklärt Barroso zu seinen Ambitionen auf ein erneutes Mandat als Kommissionspräsident:

Der Respekt vor dem Parlament, das vom 4. bis 7. Juni neu gewählt wird, gebiete es jedoch sich nicht schon jetzt zu einer Kandidatur zu äußern.

Wie bitte?! – Man stelle sich einmal vor, Angela Merkel würde erklären, dass sie ja noch nicht sagen kann, ob sie wieder Kanzlerin werden will, weil sie erst die Bundestagswahl abwarten möchte. Ja, was soll ich denn dann als Wähler machen? Erst die Wahl abwarten und dann wählen?! Es geht doch auch bei dieser Wahl natürlich nicht nur um die Wahlprogramme der Parteien sondern auch darum wer sie umsetzt. Aber wer denkt, dass er die zukünftigen Verantwortlichen für eben diese Umsetzung vor den Wählern verstecken muss, der darf sich auch nicht wundern, warum so wenige zur Wahl gehen.

Stefan Kornelius greift in seinem heutigen Kommentar in der Süddeutschen Zeitung noch einen anderen wichtigen Punkt auf: Nach 30 Jahren direkt gewähltest Parlament sollten die Parteien und “Eliten” endlich aufhören, Europa zu rechtfertigen. Sie sollen endlich mit dem Wahlkampf anfangen und ihre Inhalte in den Vordergrund stellen.

Übrigens: Es ärgert mich, dass sowohl FAZ wie auch Süddeutsche ihre Artikel schon am Tag der Veröffentlichung kostenpflichtig bereitstellen. Da ist doch klar, dass kein normaler Blogger auf sie verlinkt. Außerdem ist auch auffällig, dass die Artikel zur EU-Politik NIE unter den frei zugänglichen sind. Vielleicht würde auch dies ein ausgewähltes Interesse an Europa erleichtern?

[Foto von Website der EU Kommission]

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *