Mit der Bahn von Berlin nach Brüssel am Sonntagabend – ein Desaster

Gestern Abend (7. September 2008) war mal wieder Bahnchaos par excellence. Da habe ich mir auf der Rückfahrt von Berlin nach Brüssel den Zug gegönnt, um im ICE entspannt arbeiten zu können und dann sowas! 3h Verspätung nach Brüssel!!!

Es fing schon damit an, dass der ICE (der in Berlin eingesetzt wurde) im Berliner Hbf ca. 30 Minuten zu spät abfährt.  Während der Fahrt erhöht sich die Verspätung auf 40 Minuten (genau meine Karenzzeit in Köln zum Umsteigen) . In Wuppertal heißt es dann, dass bitte alle Fahrgäste (am Sonntagnachmittag war der Zug natürlich überfüllt) mit einem IC nach Köln weiterzufahren. – In Köln mittlerweile mit mehr als einer Stunde Verspätung hat der letzte ICE nach Brüssel (Abfahrt 19.44h) natürlich nicht gewartet. Nun soll es erstmal weitergehen mit der Regionalbahn nach Aachen. Allerdings kommt auch diese 30 Minuten zu spät.

Kurz nach Abfahrt wird uns dann mitgeteilt, dass auch dieser Zug defekt ist und alle Fahrgäste in Düren in eine kleine Regionalbahn umsteigen müssen. Diese stand tatsächlich bereit, war aber mit den Hunderten Fahrgästen völlig überlaufen. So mussten wir dann fast eine weitere Stunde auf den nächsten Zug nach Aachen warten (weil war natürlich auch 30 Minuten verspätet). In Aachen angekommen (23h – während ich eigentlich um 22h hätte in Brüssel sein sollen) wurden dann immerhin (aber natürlich auch nur auf Nachfrage per Infosäule) Taxis zur Verfügung gestellt. So ginge es dann zu Viert im engen Taxi nach Brüssel. Um 1h war ich endlich dort. – Mit drei Stunden Verspätung und nachdem während einer Fahrt 2 Züge ausgefallen waren. – Informationen gab es auf den einzelnen Bahnhöfen natürlich nur spärlich (wenn überhaupt; z.B. keine einzige Durchsage in Düren). Das Gefühl, dass der Bahn irgendetwas an ihren Fahrgästen liegt, hat sie jedenfalls nicht vermittelt. – Man stelle sich nur eine ähnliche Situation am Flughafen vor, wo man ganz anders behandelt worden wäre! Und natürlich gibt es auf der Bahn-Website keine klare Kommunikation wie das Beschwerdemanagement zu handeln ist… Nach Anruf konnte ich immerhin die Vorgangsnummer ermitteln: 1-1135095587

Nun fragt man sich natürlich: Warum ist das Pannen-Management der Bahn so chaotisch? Warum können Informationen nicht klarer kommuniziert werden? Und warum setzt die Bahn in Stoßzeiten wie dem Sonntagabend für 19.44h die letzte Verbindung in die EU-Hauptstadt an?!
Übrigens: Der Taxi Fahrer, der uns nach Brüssel fuhr, meinte, dass diese Verspätungen dauernd vorkommen.

Traurig aber wahr, dass man sich bei Easyjet & co auf der Strecke Berlin-Brüssel immerhin auf verlässliche Flüge verlassen kann und rechtzeitig gebucht sind sie sogar billiger als die Bahn mit Bahncard50.

Nachtrag:
Bei Verspätungen über 60 Minuten zahlt die Bahn 20% des Fahrpreises zurück. Normalerweise muss man sich dafür vom Schaffner oder Infopoint am Endbahnhof eine Bestätigung ausstellen lassen. Diese wird dann mit dem Originalticket gesendet an:
DB Fernverkehr AG
Kundendialog
Postfach 100613
96058 Bamberg

Bahn Problem Düren Brüssel

2 thoughts on “Mit der Bahn von Berlin nach Brüssel am Sonntagabend – ein Desaster

  1. nanne

    Jan,

    Die einzige Bahnverbindung von Berlin nach Brüssels die einigermaßen Sinn ergibt ist der Nachtzug. Der ist zwar langsam, fährt aber direkt und man kann schlafen.

  2. Jan Seifert

    Stimmt. Allerdings ist der preislich auch bei rechtzeitiger Buchung oft leider immer noch teuer als ein Flug.
    Außerdem hab ich gehört, dass die Nachtverbindung im Herbst eingestellt werden soll.
    Und unpratkisch für mich: mit knapp 2m Länge kann ich in den meisten Nachtzügen nicht schlafen.

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