Gestern Abend sind wir vielleicht das Ganze Beyogule Viertel durchlaufen und haben die Bars getestet. Die richtig entspannten Kneipen zum Bierkonsum haben wir aber nicht gefunden. Da war Sofia doch irgendwie attraktiver. Trotzdem war es v.a. spannend das Treiben zu beobachten: Alles ist dauernd in Bewegung und von überall tönt Musik mit voller Lautstärke. Stillstands gibt’s nicht in Istanbul. Zu keiner Tages- und Nachtzeit. Aber alles ist sehr männlich: auf jede Frau (selbst in Beyoglu, wo ich mich die meiste Zeit aufgehalten habe kommen mindestens zwei Männer.

Wir waren gestern Abend eigentlich schon auf dem Rückzug, als wir Raggaemusik von oben hörten. Anscheinend gab’s da die zweite Partywelt. Der Eingang schien eher unscheinbar und wie der Eintritt eines Treppenhauses eines Wohnhauses. Nach 5 Etagen und auf dem Dach angekommen fiel mir die Kinnlade runter: geile Sicht, Bar… auf den Dächern über Istanbul. Und: keine 100 Meter Luftlinie weiter gingen zwei weiter Party – vielleicht das Ziel für heute Abend?

Nun sitzen wir auf dem Boot für die 90 Minuten Bosporus Tour. Abfahrt. Übrigens immer noch mit Daniel (der sich grad mit einem jungen Polizisten unterhält – und heute morgen seinen Zug zu den Griechen verpasst hat). Die Tour ist ein weiterer Hammer. – Am besten macht man sie gleich am Anfang eines Istanbulbesuchs: mit dem staatlichen Anbieter für 3 Euro – 90 Minuten. Istanbul am Wasser ist einfach umwerfend. Vom Stil der weißen Häuser fühle ich mich etwas an die deutschen Ostseebäder erinnert, aber durch ihre Anzahl und die wunderbaren Paläste am Wasser ist das hier wiedermal eine Liga für sich. Insbesondere die ganzen offenen Bars am Wasser nördlich von Beyoglu muss ich mir für den nächsten Besuch vormerken.

Ein Ding fällt mir wieder ins Auge: das gestörte Verhältnis der Franzosen zur Nation (irgendjemand meinte zu mir, dass sie von den Franzosen lernen wollten und nur alles noch viel weiter übertrieben haben). Überall hängen türkische Flaggen – und auf manchen Hügeln riesige Exemplare. Daneben lässt sich auch Atatürk kaum vermeiden. Einfach überall.


Comments

Name (required)

Email (required)

Website

Speak your mind